Viele Handwerker rechnen ihren Stundensatz zu niedrig. Der Grund: Nicht jede Arbeitsstunde wird bezahlt. Fahrzeit, Angebote schreiben, Material holen und Büro bezahlt dir niemand direkt.
Schritt 1: Wie viele Stunden kannst du abrechnen?
365 Tage minus Wochenenden (104), Feiertage (ca. 10), Urlaub (30) und Krankheit (ca. 10) ergeben rund 211 Arbeitstage. Bei 8 Stunden am Tag sind das knapp 1.690 Stunden. Davon sind realistisch nur etwa 70 % verrechenbar, also rund 1.180 Stunden im Jahr.
Schritt 2: Was muss reinkommen?
Rechne alles zusammen, was dein Betrieb im Jahr kostet, plus das, was du verdienen willst:
- Wunsch-Gewinn vor Steuern
- Fahrzeug
- Versicherungen
- Werkzeug und Messgeräte
- Software, Telefon, Büro
- Kranken- und Rentenvorsorge
Schritt 3: Wagniszuschlag
Nacharbeit, Gewährleistung, Kunden, die nicht zahlen: Plane dafür etwa 10 % ein.
Beispielrechnung
| Gewinn vor Steuern | 40.000 € |
|---|---|
| Fahrzeug | 8.000 € |
| Versicherungen | 2.500 € |
| Werkzeug und Messgeräte | 2.000 € |
| Software, Telefon, Büro | 1.500 € |
| Kranken- und Rentenvorsorge | 9.000 € |
| Sonstiges | 1.500 € |
| Summe | 64.500 € |
| plus 10 % Wagnis | 70.950 € |
| geteilt durch 1.180 Stunden | ≈ 60 € netto |
| inkl. 19 % USt | ≈ 71 € brutto |
Rund 60 € netto pro Stunde sind in diesem Beispiel die absolute Untergrenze, ohne Material und Anfahrt.
Mein Tipp
Rechne das einmal mit deinen eigenen Zahlen durch. Viele merken dabei, dass sie seit Jahren unter Wert arbeiten.
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